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Mannklavier

 

mkk

Mannklavier, Cocerto linguale, Uraufführung 1997, Kulturkeller Wächtersbach
6 Lautsprecher, die Orchesterstimmen (männlich)
1 Bildschirm mit Mund, die Solostimme (weiblich)

Solostimme:
Mm, mmmm, mmmm....
Maaaaaa....
Maaaaaaaa....
Ma me mi mo mu mü mä mö meu mei mau mäu
Ma me mi mo mu mü mä mö meu mei mau mäu
laut, laut
Laute
Laute bilden
Leute bilden leise Laute
Leute sprechen, sprechen Sprache
die Sprache, die Stimme
das Sprechorgan
Ma me mi mo mu mü m
Sprechorkan

Das Ansatzrohr, das Ansatzrohr
das Ansatzrohr besteht aus
dem Rachen, dem Mundraum, dem Mundvorhof
und dem Nasenraum.
Das Volumen des Mundraumes wird
durch die Lage der Zunge,
den Öffnungswinkel des Unterkiefers und
durch die Bewegungen des Gaumensegels bestimmt.

Die Sprech- und Stimmfunktion des Ansatzrohres
erfordert Weite.
Die Weite des Rachens entsteht
durch Erschlaffung aller ihn einengenden
und Anspannung der seiner Erweiterung
beeinflussenden Muskeln.
Die Erweiterung geschieht
durch Abflachung und Vorziehen des Zungengrundes,
indem sich die Vorderzungenmuskulatur kontrahiert,
durch Aufwärtsrichtung und Vorwärtsbewegung des
Kehldeckels und
durch Vorwärtsbewegung der Zunge.

Ansatzrohr, Kehlkopf und Windrohr
sind ein System miteinander gekoppelter
Resonatoren.
Bei Erregung mit ihrer Eigenfrequenz
kommen sie ins Schwingen.
Die Resonanzbreite hängt ab
von der Beschaffenheit der Wände des Resonators.
Je weicher die Wandung,
desto grösser ist die Resonanzbreite.

Mund und Nasenraum sind
wegen ihrer weichen Wandungen
von starker Dämpfung und grosser Räsonanzbreite.
Die Stimmritze liefert bei der Vokalbildung einen Klang.

Bei der Vokalbildung einen Klang
aus dem Grundton und seinen harmonischen Obertönen.

Seinen harmonischen Obertönen.
Das Ansatzrohr verstärkt die Obertöne,

Das Ansatzrohr verstärkt die Obertöne,
die seiner Eigenfrequenz am nächsten liegen
und bildet so den Vokal.
Das Ansatzrohr bestimmt Klangfarbe und Klangstruktur de jeweiligen Vokals.

Das Ansatzrohr wirkt durch seine Koppelung
mit seiner Stossmechanik
auf die Tätigkeit der Stimmlippen zurück,
indem es durch doppelte Auslösung
deren Schwingungen so steuert,

so steuert, dass die Stimmritze vorwiegend
grosse Spielbewegung erlaubt,
aber einen kontrollierten, freien Anschlag ermöglicht.
Die Wiener Mechanik
ist Strahler für die Stimmritze. Sie sammelt die Töne und
gibt sie verstärkt
an die Tastenhebel ab.

Der starke Zug der Metallseiten, bis zu zwanzigtausend Kilopond,
wird in seiner Eigenfrequenz durch einen in
einem Stück gegossenem
Eisenrahmen aufgefangen.
Das erste Instrument mit fälschlich
französisch
genannter Verschiebung des Klangeindruckes hatte
einen Angriffspunkt am Hammerstiel.

Die Pilote am Tastenhebel
fährt über das Hebeglied und die Stosszunge
den Hammerkopf gegen die Saite.
Die Stosszunge gibt
ihren Angriffspunkt am Hammerstiel frei.
Der Hammer steigt durch den erhaltenen Schwung.

Wegen der ihm eigenen Möglichkeit, laut und leise gespielt zu werden,
wird es auch Piano, Piano, Piano....

 

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